Greth

Die Greth, in der sich heute eine Markthalle sowie Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants und ein Kino befinden, ist das ehemalige Lager- und Handelshaus der Reichsstadt Überlingen.

Das Wort „Greth“ (auch „Gret“ oder „Gred“) kommt vom mittelhochdeutschen Wort für „Regal“ und bezeichnet seit dem 14. Jahrhundert im alamannischen Sprachraum ein Lager- und Kaufhaus.

Die in ihrem Kern aus dem 14. Jahrhundert stammende Überlinger Greth verdankt ihr heutiges klassizistischen Aussehen einem Umbau nach den Plänen von Franz Anton Bagnato im späten 18. Jahrhundert.

Im Erdgeschoss besitzt das Gebäude einander gegenüberliegende Tore auf der See- und der Landseite. Dazwischen lagen die Markthallen, wo die Waren gemessen und verzollt wurden. Im ersten Obergeschoss befanden sich die Kontore (Büros), im großen Dach die Lagerräume für die Waren. Die Greth stand bis zur Anlage der Seepromenade im 19. Jahrhundert direkt am Ufer des Sees.

Die wichtigsten Güter, die seit dem Mittelalter in der Greth umgeschlagen wurden, waren Getreide und Wein: Das Getreide kam aus dem fruchtbaren Hinterland und ging vor allem in die Schweiz. Überlingen hatte bis um 1840 den weitaus größten Kornmarkt am See. Der Wein stammte aus Überlinger Anbau. In guten Jahren produzierten die Winzer rund 5 Millionen Liter, von denen etwa die Hälfte exportiert wurde.

Dass die Greth seit 1998 in neuem Glanz erstrahlt, ist einem Bürgerfonds zu verdanken, der sich für die Restaurierung des Gebäudes eingesetzt und sie finanziert hat. Heute ist die Greth ein Herzstück des Altstadtlebens: Ein modernes Geschäftshaus mit historischem Flair, eine architektonisch gelungene Wiederbelebung alter Bausubstanz und ein einladender Ort zum geselligen Verweilen.


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