Fakten-Check

1. Unsere Gäste brauchen keine EBC und sind nicht bereit 1 € mehr pro Übernachtung zu zahlen.

22 Ferienregionen Deutschlands ermöglichen ihren Gästen durch besondere Mobilitätsangebote mit Bus und Bahn einen autofreien Urlaub. Rund die Hälfte aller Übernachtungsgäste möchten laut repräsentativer Marktforschungsstudie aus dem Jahr 2014 den ÖPNV nach Einführung der EBC im bodo-Verbundgebiet nutzen. Einen Preis von 1 € wird von 63% der Gäste als angemessen, aber noch günstig, empfunden.

2. Die Chipkartentechnologie ist veraltet. Bar- und QR-Code sind der heutige Stand der Technik.

Grundsätzlich ist die Technologie der EBC (Chipkarte) von der Ausstattung des Verkehrsverbundes bodo vorgegeben. Diese basiert auf dem zukunftsfähigen, bundesweiten Branchenstandard (eTicket Deutschland). Perspektivisch wird die EBC auch auf NFC-fähigen Smartphones verfügbar sein.

3. Die Schnittstellen-Problematik ist nicht gelöst.

Fester Bestandteil des ausgeschriebenen EBC-Systems sind Hotelsoftware-Schnittstellen, über die Meldedaten aus der Hotelsoftware automatisiert übergeben werden können. Zusätzlich stellt das EBC-System eine Schnittstelle zur Übergabe der Meldedaten an die Gemeindesoftware (Kurtaxeabrechnung) zur Verfügung. EBC-seitig entstehen hier keine Kosten für die Gastgeber bzw. die Gemeinde.

4. Der Datenschutz wurde nicht berücksichtigt.

Die EBC ist konzeptionell in Bezug auf den Datenschutz so angelegt, dass nicht nur alle in Deutschland geltenden datenschutzrechtlichen Anforderungen vollständig erfüllt werden, sondern darüber hinaus auch zusätzliche Anforderungen an Datensparsamkeit und Datensicherheit erfüllt werden können.

5. Durch die EBC wird der ÖPNV subventioniert.

Nein. Der Solidarbeitrag wurde auf Grundlage einer repräsentativen Marktforschungsstudie ermittelt. In die Kalkulation eingeflossen sind zukünftig wegfallende Tarifeinnahmen, Mehrausnutzungseffekte sowie Kapazitätserhöhungen (der neue Echt Bodensee Bus zwischen Langenargen und Bodman-Ludwigshafen). Ferner wurde der Solidarbeitrag bis zum 31.12.2019 festgeschrieben.

6. Der Aufwand für die Gastgeber ist viel zu hoch.

Die verpflichtende Anmeldung inkl. Aushändigung der Kurkarte ist bereits heute vorgeschrieben (Bundesmeldegesetz, Satzung). Die generelle elektronische Meldung ist kundenorientierter und reduziert – etwa bei Stammgästen oder via Vorabmeldeschein – den zeitlichen Aufwand beim Gastgeber. Hinzu kommt in der Tat die Aktivierung der EBC. Im Gegenzug stellt die EBC ein zusätzliches Verkaufsargument für alle Beherbergungsbetriebe dar – und zwar kostenfrei!

7. Das ganze System ist viel zu teuer.

Die darlehensfinanzierte Investition in Höhe von 1,2 Mio. Euro ermöglicht der DBT – als Unternehmen der öffentlichen Hand – den Partnern der EBC die notwendigen technischen Komponenten (Hard- und Software) kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Die solidarische Finanzierung sorgt für eine schrittweise Rückführung des Darlehens und darüber hinaus ein umfangreiches Marketing in den touristischen Quellmärkten.

8. Die Pfandregelung der EBC ist zu aufwendig.

Die EBC ist ein wertiges Produkt und kann nicht verschenkt werden. Es obliegt jedoch dem Gastgeber selbst, ob er das Pfand tatsächlich bei Kartenausgabe erhebt oder nur bei Verlust oder Beschädigung (gängige Praxis bei der Allgäu-Walser-Card, Hochschwarzwald Card).

9. Die Top 10 der BodenseeErlebniskarte (wie Mainau) sind nicht im Leistungsumfang der EBC.

Doch, da die BodenseeErlebniskarte von den EBC-Gästen zum Vorzugspreis erworben werden kann. Im Übrigen sind auch Schifffahrtsangebote, sowie (Stand Juni 2016) mehr als 65 weitere Leistungen, mit Preisvorteilen bei der EBC enthalten.

10. Die Gastgeber und Leistungserbringer wurden zu wenig in die Projektentwicklung einbezogen.

Zur Einbeziehung aller Beteiligten fanden in den letzten 2 Jahren in allen Gemeinden und relevanten Gremien (Gemeinderat, IHK, VTWB, Dehoga, Vermieterversammlungen etc.) kontinuierlich Informationsveranstaltungen statt. Darüber hinaus sind sowohl im DBT-Fachbeirat wie auch im EBC-Arbeitskreis Vertreter der Gemeinden, Gastgeber, Leistungserbringer und Verbände einbezogen. In Abstimmung mit den 8 Startgemeinden wurde zusätzlich ein EBC-Beirat gegründet, in den ab der Einführungsphase im Herbst 2016 Gastgeber aller Gemeinden berufen werden.

  

Deutsche Bodensee Tourismus GmbH, Stand Juni 2016

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