Franziskanertor

Das um 1494 errichtete Franziskanertor gehört zu den schönsten spätgotischen Stadttoren der Bodenseeregion.

Das heutige Franziskanertor steht an der Stelle eines älteren Tors aus dem 13. Jahrhundert, das bis zur Einbeziehung des „Dorfs“ in die Überlinger Befestigung das nördliche Stadttor war.

Bei dem heutigen, um 1494 errichteten Bau war die militärische Funktion zweitrangig, da die Stadt durch den äußeren Befestigungsring geschützt war. In erster Linie zeichnete es als Ein- bzw. Ausgangstor die Überlinger Haupthandelsstraße aus.

Diese verband Greth und Schiffslände am See mit dem fruchtbaren Hinterland, wo das Getreide angebaut wurde, das auf dem Überlinger Markt gehandelt wurde.

Überlingen war jahrhundertelang ein sehr erfolgreicher Weinproduzent. Dies rief Neider auf den Plan. So erzählt man sich, dass die Maurer beim Bau des heutigen Franziskanertors nicht nur ausgiebig dem Wein zugesprochen, sondern ihn auch zum Anrühren des Putzes verwendet hätten. Dies soll zur Folge gehabt haben, dass das Mauerwerk von der Säure angegriffen wurde und der Putz nach kurzer Zeit wieder herunterfiel