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Sara Berger: Ich gebe zu, dass mir manchmal die Hände zitterten

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09.11.2022 | 18:30
Hilfe für verfolgte Juden in Italien 1943–1945 / Im Gedenken an die Reichspogromnacht 1938.

Unter dem faschistischen Regime wurden Juden seit der Einführung der antijüdischen Gesetzgebung 1938 rechtlich verfolgt, dennoch schützte Italien sie bis 1943 vor dem Zugriff des deutschen Bündnispartners. Nach der deutschen Besetzung des Landes im September 1943 und der Einrichtung einer Kollaborationsregierung unter Mussolini waren auch die Juden in Nord- und Mittelitalien ihres Lebens nicht mehr sicher: etwa ein Fünftel der ausländischen und italienischen Juden wurde bis 1945 von deutschen und italienischen Einheiten verhaftet und aus Italien nach Auschwitz und in andere Lager deportiert oder vor Ort ermordet. Tausende Juden versuchten mit Hilfe ortskundiger Helfer die Flucht in das von Alliierten befreite Süditalien oder in die sichere Schweiz, darunter die Kinder und Jugendlichen der Villa Emma.

Sara Berger ist seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fritz Bauer Institut und zuständig für die Ausstellungen des Instituts. Sie hat Geschichte, Sozialpsychologie und Italienische Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum studiert. Im Jahr 2011 hat sie dort mit einer Studie über die Vernichtungslager der „Aktion Reinhardt“ promoviert. Von 2009 bis 2020 konzipierte und organisierte sie Wechselausstellungen an der Fondazione Museo della Shoah in Rom, unter anderem zu Auschwitz, zu den Ghettos in Polen, zur Judenverfolgung in Italien und zu diplomatischen Berichten aus Italien über die Judenverfolgung in Europa 1938–1943. Von 2012 bis 2017 bearbeitete sie im Rahmen des Editionsprojekts „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945“ den Teilbereich Italien in Band 14 „Besetztes Südosteuropa und Italien“.
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