eyeLiteratur/Film

Mascha Kaléko: Die Nachtigall in meinem Garten schweigt

alarm-clock
24.03.2024 | 17:00
Schauspielerin Judith Jakob und Pianist Joachim Jezewski huldigen Mascha Kaléko
›Man braucht nur eine Insel Allein im weiten Meer. Man braucht nur einen Menschen, den aber braucht man sehr.‹

In diesem Fall braucht es die Schauspielerin Judith Jakob, die die Erinnerung an Mascha Kaléko aufrechterhält und ihr Leben anhand ihrer Gedichte, Tagebuchaufzeichnungen und eigenen Vertonungen nachzeichnet. Begleitet wird sie auf dieser lyrisch-musikalischen Reise vom Pianisten Joachim Jezewski. MASCHA KALÉKO Sie formuliert die Sehnsüchte der Menschen, beobachtet, berührt, macht nachdenklich.

Judith Jakob, Jahrgang 1975, Schauspielerin, Sängerin, führt an diesem Abend anhand ihrer Gedichte und Tagebuchaufzeichnungen durch die verschiedenen Lebensabschnitte der Mascha Kaléko. Seit Jahren schon "umkreist" Judith Jakob das Werk der Dichterin und ist fasziniert von der Zeitlosigkeit ihrer Texte. Mascha Kaléko zeigt die Sehnsüchte der Menschen. Sie beobachtet sehr präzise. Sie berührt, macht nachdenklich und verliert nie ihren Humor. Eine Huldigung an eine bemerkenswerte Frau. ...Ihre Heiterkeit ist munter, aber ernst und wehmütig, ihre Schwermut in der Regel ganz leicht, sogar keck und scherzhaft.

Mascha Kaléko war eine Alltagspoetin, charmant, frech, melancholisch und immer mit ironischem Spott. Sie trifft im Berlin der 30er Jahre u.a. auf Tucholsky und Claire Waldoff, man vergleicht sie mit Ringelnatz und Heine. Ihr erstes Buch, das "Lyrische Stenogrammheft“ wird für die jüdische Schriftstellerin 1933 zum Bestseller. Sie trifft den Ton ihrer Zeit. Schreibt Verse über "Die kleinen Leute", über das Leben in der "Großen Stadt" mit Sehnsucht nach mehr. Nach ihrem zweiten Buch, " Das kleine Lesebuch für Große“ (1935), werden Mascha Kalékos Werke von den Nazis verboten. Ihre Schriften finden dennoch "unter der Hand" weite Verbreitung. 1938 emigriert sie mit ihrem Mann und Sohn nach Amerika. Es folgen schwere Jahre in Armut und Isolation. Sie schreibt wenig, flieht in ihre Tagebucheintragungen.

In Deutschland gerät sie auch nach dem Krieg immer mehr in Vergessenheit. In den 50er Jahren legt Rowohlt ihre Gedichte erneut auf. 1960 wird sie für den Fontanepreis nominiert. Sie zieht die Nominierung allerdings zurück, da in der Jury ein ehemaliger SA - Mann sitzt. Aus Liebe zu ihrem Mann, Chemjo Vinaver, und seinem musikalischen Lebenswerk wandert sie nach Israel aus. Es wird wieder still um Mascha Kaleko. Schicksalsschläge prägen ihr Leben. Erst stirbt ihr Sohn und kurze Zeit später ihr Mann. 1974 bereist sie zum letztem Mal Europa. Sie hält eine letzte Lesung in Berlin. Mascha Kaléko stirbt 1975 in Zürich.
pinAugustinum Überlingen, Mühlbachstr. 2
alarm-clock
24.03.2024
17:00 Uhr
ticketEintritt: 12 €
Kontakt