Martin-Walser-Park
VON WASSERBURG NACH NUßDORF
Martin Walser (1927-2023) war einer der größten Schriftsteller im Nachkriegsdeutschland. Er wurde in Wasserburg (Kreis Lindau) geboren, wo er auch seine spätere Frau Katharina („Käthe“) Neuner-Jehle kennen lernte. Seine Wasserburger Kindheit und Jugend hat er in dem Roman „Ein springender Brunnen“ (1998) geschildert. Noch während des Tübinger Studiums, das er 1951 mit einer Promotion über Franz Kafka abschloss, arbeitete er für den Süddeutschen Rundfunk, schrieb Hörspiele und Erzählungen. Sein erster Roman „Ehen in Philippsburg“ (1957) wurde ein Publikumserfolg. Fortan lebte er als freier Schriftsteller in Friedrichshafen, 1967 zog er nach Nußdorf.
VOM GARTEN DIREKT IN DEN SEE
Das Haus in Nußdorf wurde zu seinem Lebensmittelpunkt: ein Ort voller lebendigem Familienleben und zugleich der Platz, an dem er Tag für Tag schrieb. Käthe war für ihn eine unverzichtbare Stütze, sie hielt ihm den Rücken frei, organisierte den Alltag und tippte über Jahrzehnte hinweg alle seine Texte ab. Sein Haus war offen für Besucher und immer wieder Gegenstand von Feuilletons. Vom Garten aus stieg er in den Sommermonaten in den geliebten See. Das Schwimmen entspannte ihn. Bei Spaziergängen durch das Dorf und den Park, der nach ihm benannt ist, den ikonischen Hut auf dem Kopf, kam er ins Gespräch mit den Nußdorfern. Er war einer von ihnen.
SEIN WERK BLEIBT
Martin Walser hat sich zwar als Überlinger bezeichnet, aber stets betont, dass Nußdorf sein Lebensmittelpunkt sei. Von seinem Arbeitsplatz aus blickte er auf den See, beobachtete die Literaturszene, aber auch die
gesellschaftlichen Entwicklungen im Land. Sein „Nußdorfer“ Werk, für das er vielfach geehrt wurde, umfasst zwei Dutzend Romane, zahlreiche Novellen und Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele und Tagebücher, sowie Aufsätze und Reden. Das bleibt! Martin Walser starb in Nußdorf. Er ruht in seinem Geburtsort Wasserburg.
88662 Überlingen-Nußdorf

