Gallerturm

Weithin sichtbar markieren der Gallerturm im Westen und der St. Johann-Turm im Osten die Grenzen der historischen Altstadt Überlingens.

Der erste runde Wehrturm nördlich der Alpen ist Teil der westlichen Erweiterung der Stadtbefestigung zwischen Aufkircher Tor und Badturm. Die Rundform lenkte Geschützkugeln ab und entsprach der damals aktuellen Verteidigungstechnik. Die Graubündener Ulrich und Anton Gübelin errichteten den bis zur Dachspitze 30,3 Meter hohen, fünfgeschossigen Turm von März 1502 bis November 1503. Als er entstand, war der Gallergraben hier nur rund vier Meter tief.
Der Ausbau zum gewaltigsten Stadtgraben Überlingens mit einer maximalen Tiefe von 22 Metern und einer Breite von bis zu 20 Metern erfolgte bis gegen 1560.
Benannt ist der Turm nach einem Frauenkloster, das dem hl. Gallus geweiht war und 1534 den neuen Wehranlagen weichen musste. Weil die Erbauer aus dem Süden – dem „Welschland“ – stammten, hieß er früher auch „Wahlenturm“. 

Dass er erhalten geblieben ist, verdankt er seiner Lage am Rand des Stadtgartens. Bei der 1875 erfolgten Restaurierung ersetzte man den alten Dachstuhl durch eine Aussichtsplattform mit Zinnenkranz, die Schießscharten durch Fenster und richtete das Innere „für romantisch veranlagte Badegäste zur Bewohnung“ ein. Diese Veränderungen sind inzwischen wieder verschwunden.

    Gesellschaft der Kunstfreunde Überlingen

    Bereits seit 1988 hat die Gesellschaft der Kunstfreunde Überlingen e.V. ihren Sitz im Gallerturm. Eine öffentliche Besichtigung ist von Mai bis September an jedem ersten Sonntag des Monats von 11:00 Uhr bis 17:00 möglich.

    Schon gewusst?

    Von der Gallerhöhe neben dem Turm genießt man einen herrlichen Blick über die Stadt und den See. Dort steht auch eine Panoramatafel.

    Der Verein

    1974 ergriffen Überlinger Kunstinteressierte die Initiative zum Rückerwerb der Überlinger Wappenscheibe und gründeten die Gesellschaft der Kunstfreunde Überlingen e.V. (GKÜ). 1988 wurde der Gallerturm zum Vereins-Sitz ausgebaut und beherbergt bis heute auch die umfangreiche Sammlung.

    Sie ist stark mit der Identität und der kulturellen Geschichte der Bodenseeregion verbunden und entwickelte sich aus Erwerb und Schenkung. Ein Spektrum von Grafik, Malerei und Skulptur, hauptsächlich aus dem 20. Jahrhundert, wird im Gallerturm zu bestimmten Zeiten der Öffentlichkeit präsentiert. Darunter sind so bedeutende Namen wie Otto Dix, Henry Moore oder André Ficus.

    Kunst im Dialog

    In der GKÜ treffen sich Menschen, die das Interesse an Kunst teilen und mit Freude und Wissbegierde Kunst und Kultur im gesellschaftlichen Leben pflegen.

    Mehrmals im Jahr gibt der Verein regionalen Künstlern die Möglichkeit, im Turm ihre werke zu zeigen.