Silvesterkapelle

Die um 840 errichtete Silvesterkapelle in Goldbach zählt zu den ältesten erhaltenen Kirchenbauten Deutschlands. Die karolingischen Wandmalereien gelten zu Recht als die ältesten im Bodenseeraum, die ottonischen Fresken sind eng mit denen in St. Georg auf der Reichenau verwandt.

Der Bau der Kapelle geht auf eine Stiftung des alamannischen Grafen Alpger zurück, der aus dem Linzgau stammte und Berater am Kaiserhof Karls des Großen war. Wohl unmittelbar nach der Fertigstellung des Kirchleins um 840, malten Mönche des Klosters Reichenau sein Inneres mit einem aufwändigen, perspektivisch wirkenden Mäanderband und einer Widmungsinschrift aus. Ob es auch einen Bilderzyklus gab, ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich.

Die als Fragment erhaltene Inschrift in Gedichtform, deren Wortlaut eine karolingische Handschrift überliefert, ist einzigartig. Das Gedicht „In ecclesia sancti martiani – in golhdbah“ stammt von dem berühmten Reichenauer Abt Walahfried Strabo (um 808/809-849), der als Diplomat am Hof Karls des Großen tätig war und zu den herausragenden Dichtern und Gelehrten seiner Zeit gehört.

Nach einer Vergrößerung der Kapelle im frühen 10. Jahrhundert statteten wiederum Reichenauer Mönche das Innere mit Wandmalereien aus. Stifter des Umbaus war das adelige Ehepaar Winidhere und Hiltepurg. Beide sind auf dem Stifterbild über dem Chorbogen dargestellt. Durch diesen Freskenschmuck, der auf eine neue Putzschicht aufgetragen wurde, wurden die karolingischen Malereien vollständig überdeckt. Eng mit der Ausstattung der Reichenauer St. Georgs-Kirche verwandt, zeigen die ottonischen Fresken Szenen aus dem Leben Jesu sowie Christus und die 12 Apostel.

Der großteils schlechte Erhaltungszustand der Wandfresken ist das Ergebnis mehrfacher Umbauten der Kapelle seit dem 14. Jahrhundert. Bis ins 18. Jahrhundert wurde der Raum vier Mal überstrichen und teilweise mit neuen Malereien versehen. In den Jahren 1992 bis 1995 erfolgte eine umfangreiche Restaurierung mit dem Ziel, die kostbaren Malereien in ihrem jetzigen Bestand so gut wie möglich zu sichern.

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    Bis Ende Oktober findet immer mittwochs um 16:00 Uhr die Themenführung "Die Silvesterkapelle in Goldbach" statt. Lernen Sie die Geschichte, den Freskenschmuck aus dem 9. und 10. Jahrhundert sowie die weitere Ausstattung der ältesten Überlinger Kirche kennen. Eine Anmeldung bis 12:00 Uhr am Veranstaltungstag ist unter Tel. 07551 937185 oder per E-Mail erforderlich.