Goldbacher Stollen
Der Goldbacher Stollen ist ein Ort des Erinnerns und Mahnens. Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Molassefels bei Überlingen-Goldbach ein kilometerweites Stollensystem angelegt, um Rüstungsbetriebe bombensicher unterzubringen. Die Arbeiten führten Häftlinge einer Außenstelle des Konzentrationslagers Dachau unter unmenschlichen Bedingungen aus – streng bewacht von SS-Aufsehern. Viele von ihnen verloren dabei ihr Leben.
Ein düsteres Kapitel der Geschichte
Die Stollen entstanden, nachdem die Rüstungsindustrie in Friedrichshafen 1944 durch Luftangriffe zerstört worden war. Für die Zwangsarbeiter bedeutete der Bau des unterirdischen Systems Hunger, Gewalt und Tod. Ein Kreuz nahe dem Eingang erinnert an die Opfer dieser grausamen Zeit.
Ort des Gedenkens
Heute ist der Goldbacher Stollen eine Gedenkstätte der besonderen Art, die an die Schrecken des Nationalsozialismus und die Leiden der Zwangsarbeiter erinnert. Wer den Ort besucht, erlebt eine eindrucksvolle Mahnung an die Verantwortung für Frieden und Menschlichkeit.
88662 Überlingen

Der Stollen kann von Januar bis Dezember jeden ersten Freitag im Monat um 17:00 Uhr sowie von Mai bis September zusätzlich jeden dritten Freitag im Monat im Rahmen einer rund 2-stündigen öffentlichen Führung besichtigt werden.
Gruppen ab 12 Personen und Schulklassen können per [email protected]e einen Termin vereinbaren.
Da die Temperatur im Stollen ganzjährig bei etwa 12 Grad liegt, sollte auch in den Sommermonaten eine Jacke mitgebracht werden. Für Kinder ist die Führung erst ab 14 Jahren sinnvoll. Hunde sind nicht erlaubt.
