Nesselwangen

Nesselwangen

Nesselwangen ist ein Teilort, der sieben Kilometer nordwestlich von der Großen Kreisstadt Überlingen gelegen ist. Mit 530 Einwohnern und 596 Hektar Gemarkungsfläche liegt Nesselwangen in einem ruhigen Längstal zwischen Überlingen und Stockach. 

Eingerahmt wird das Tal durch zwei Bergrücken – dem „Sipplinger Berg“ im Südwesten und dem nordöstlichen Höhenzug zwischen „Kaien“ und dem „Hochbühl“. 

Südlich von Nesselwangen erstreckt sich das 15 Hektar große Landschaftsschutzgebiet „Drumlin Biblis“ sowie der 2015 angelegte „Sielmann-Weiher“.

Aus der Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung gibt es für Nesselwangen im Jahr 1094 als „villa Nezzelwanc“, was so viel wie „das Dörfchen Nesselwangen“ bedeutet. Aus dem gleichen Jahr geht hervor, dass in Nesselwangen bereits eine Kirche oder Kapelle bestand. Dabei handelte es sich nicht um eine selbstständige Pfarrei, sondern um eine Kirche, die von auswärtigen Geistlichen betreut wurde. Bis Nesselwangen zu seinem heutigen Namen gelangte, vergingen noch einige Jahrhunderte: In Urkunden zwischen 1120 bis 1124 heißt der Ort Nezilwanch und wieder etwas später um 1150 Nescilwanch. Im Jahr 1255 gehörte die Kirche zum Dekanat „Deutwang“ und trug den Namen Nesselwanch. Nesselwangen wurde von den Kanonikern (Domkapitularen) des Domkapitels in Konstanz betreut. Im Jahre 1479 wurde Nesselwangen an das Heilig-Geist-Spital zu Überlingen verkauft. 1521 tauchte dann der Name Nesselwang auf. Das heutige „en“ am Schluss muss also noch später hinzugekommen sein.

1802 bis 1803 ging Nesselwangen als reichsstädtisches Teilterritorium an Baden. Bis zur Fertigstellung der Uferstraße von Ludwigshafen nach Überlingen im Jahre 1850 war der Weg über Nesselwangen der einzige tragfähige Land- oder Postweg zu den Städten und Märkten vom Hegau in den Linzgau und somit von außerordentlicher Bedeutung für den Handel.

Die Bodenseewasserversorgung ist eng mit Nesselwangen verbunden. Die Aufbereitungsanlage auf dem „Sipplinger Berg“ steht zu etwa 50 Prozent auf Nesselwanger Gemarkung. 1956 begannen die Bauarbeiten für die Förder- und Aufbereitungsanlagen am Bodensee sowie die erste Hauptleitung vom Bodensee nach Bietigheim. 1200 Grundstückseigentümer waren vom Bau der Fernwasserleitung betroffen. Auf der damals größten Baustelle Europas waren insgesamt 3000 Arbeiter beschäftigt.

Im Jahre 1974 wird Nesselwangen von Überlingen eingemeindet. Die Ortschaft war geprägt durch die landwirtschaftlichen Betriebe, die heute größtenteils aufgegeben wurden oder als Nebenerwerbsbetriebe geführt werden.

Sehenswertes in Nesselwangen

Nesselwangen liegt in einem ruhigen Längstal zwischen Überlingen und Stockach. Das Dorf ist von Hügeln, Tälern und hohen Laub- und Nadelwäldern eingerahmt, die Feriengästen und Wanderfreunden auf Spaziergängen eine Fülle noch fast unberührter Natur erschließen. Eine besonders formschön gelungene Hinterlassenschaft der Eiszeit ist der vierzig Meter hoch aus der Talsohle herausragende Drumlin „Biblis“, der eine drumlinähnliche Gestalt aufweist. Richtet man den Blick einmal vorbei an dem walfischartigen ausgebreiteten Höcker des Biblis zum Taleingang bei Hohenlinden, so wird dieses Bild abgerundet von den in der Ferne leuchtenden Bergstöcken, die wie neugierige Riesen in das Tal hineinschauen als wollten sie an seiner Schönheit teilhaben. Unvergleichliche Fernsichten bieten sich auch vom „Katzenhäusle“ auf den Bodensee bis weit in die Alpen. Ebenso schön ist die Fernsicht in den Hegau. 

Im Ort finden wir die Kirche St. Peter und Paul mit Pfarrhaus und Pfarrscheune. In der Kirche sind von der Ausstattung aus der Zeit des Barocks noch der besondere Hochaltar mit gedrehten Rankensäulen und die Deckenstuckaturen vorhanden. 

Das Nesselwanger Ried ist das größte zusammenhängende Niedermoor im westlichen Bodenseebereich. Durch den 2015 fertiggestellten Sielmann-Weiher sind zahlreiche neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstanden. Der Weiher hat eine Fläche von 0,75 ha und wird komplett aus Grundwasser gespeist. Er ist an einigen Stellen bis zu 3 m tief und hat keinen Ablauf, d.h. zum Riedgraben hin erfolgt nur Diffusion. Die Gesamtfläche des Biotops beträgt 1,25 ha. Im Weiher selbst sind Inseln, um Wasservögeln Schutz zu bieten. Im Bereich des Biotops, aber auch auf der Nordseite der B31, liegen seltene Torfvorkommen. Die komplette Fläche befindet sich bereits im Landschaftsschutzgebiet.

Ob bei einer Wanderung vom Sielmann-Weiher entlang des Biblis oder nach einem Besuch auf dem Haldenhof oder dem Sipplinger Berg: Im Neutal lädt eine Doppelliege mitten in einer Streuobstwiese zur wohlverdienten Vesperpause ein.
Übi - Überlinger Uhu
Schon gewusst?

Durch Nesselwanger Gemarkung zog sich die Grenze zwischen der Landgrafschaft Nellenburg und der Reichsgrafschaft Heiligenberg. Im Hochwald – oberhalb Nesselwangens links ab dem Weg vom Reutehof zum Bischofshaus – steht heute noch ein etwa 1,5 Meter hoher Markstein, welcher auf der einen Seite das Heiligenberger und auf der anderen das österreichische Wappen mit der Jahreszahl 1592 zeigt.

Wandern in und um Nesselwangen

Wandern und Radfahren in der Bodenseeregion ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis! Auch rund um den Überlinger Teilort Nesselwangen finden Sie ein ausgezeichnete Wegenetz für einen kurzen Spaziergang, eine gemütliche Wanderung oder eine familienfreundliche Radtour.

Überlingens höchste Lage – Über den Hochbühl nach Hödingen
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pinStart: Ortsmitte Nesselwangen Hohenfelsstraße 12 88662 Überlingen-Nesselwangen
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Von Nesselwangen zum Haldenhof und zum Nesselwanger Ried
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pinStart: Ortsmitte Nesselwangen Hohenfelsstraße 12 88662 Überlingen-Nesselwangen
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Ausblicke, die faszinieren
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pinStart: Ortsmitte Bonndorf Zur Weinhalde 2 88662 Überlingen
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