Hödingen

Hödingen

Hödingen ist ein Teilort der Großen Kreisstadt Überlingen. Das Dorf mit rund 800 Einwohnern liegt zwischen den zwei Naturschutzgebieten Spetzgarter Tobel und Hödinger Tobel. Zur 286 Hektar großen Gemarkung gehört auch der Länglehof und Spetzgart mit seinem Schloss.

Die Ortsmitte mit seinen schmucken und blumengeschmückten Wohn- und Fachwerkhäusern ist noch immer durch die Landwirtschaft geprägt. In den umliegenden Wohngebieten besticht vor allem die Aussicht zum Bodensee.

Aus der Geschichte

Verschiedene Hügelgräber unweit des Dorfes weisen auf eine alte Besiedlung hin, es wird die Hallstattzeit zwischen 750-400 v. Chr. vermutet. Ein Burgstall (Bürgle) in der Nähe der heutigen Kirche zeigt, dass sich hier vor dem 13. Jahrhundert eine Burg befand. Urkundlich genannt wurde Hödingen erstmals 1242, als Hedingen, welches vom Personennamen Hedo abgeleitet ist. Das Dorf gelangte 1297 in den Besitz der Johanniterkommende Überlingen und ab 1396 in den des Konstanzer Spitals. Ein Ramsberger Hof und ein Hof des Konstanzer Domkapitels sind im Dorf seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen, später auch ein Hof des Klosters Petershausen.

Die Rechts- und Besitzverhältnisse waren lange diffus: Reichen Grundbesitz am Ort hatte seit der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert der Konstanzer Spital, die niedere Gerichtsbarkeit gehörte der Stadt Konstanz, die hohe Gerichtsbarkeit hatte wiederum bis 1779 die Grafschaft Heiligenberg (Fürstenberg) inne, seither die Reichsstadt Überlingen. 1802/03 wurde Hödingen zur eigenständigen Gemeinde im badischen Bezirksamt Überlingen.

Seit den 1950er und 1960er Jahren vergrößerte sich der Ort durch Neubaugebiete. Am 01.07.1974 wurde Hödingen gemeinsam mit Nesselwangen Teilort von Überlingen. 2017 feierte unser Dorf seine 775 Jahrfeier.

Sehenswertes in Hödingen

Die St.-Bartholomäus-Kirche war durch die Jahrhunderte ein viel besuchter marianischer Wallfahrtsort. Nachdem Hödingen im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannt wurde, machte sich der Kapuzinerpater Lorenz an den Wiederaufbau der Kirche. Mit Spenden ließ er ein Marienbildnis erstellen. Dieses Bild verschaffte 1661 dem Dorf und der Kirche einen wahren Aufschwung. Durch den Konstanzer Spital wurde 1684/85 ein abermaliger Neubau der Kirche errichtet, die als St. Bartholomäus geweiht wurde. Die Wallfahrt erreichte im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt und St. Bartholomäus entstand im Stil der Spätrenaissance als Saalkirche mit Rechteckchor. Der stattliche Bau ist mit großen Rundbogen und kleinen ellipsenförmigen Fenstern ausgestattet. Die Kirche verfügt anstelle eines Turmes über einen mehrstufigen Dachreiter mit Zwiebeldächern. Heute ist St. Bartholomäus Teil der Seelsorgeeinheit Sipplingen und wurde in den Jahren von 2007 bis 2017 umfassend renoviert und die Außenanlage neu gestaltet.

Im Südwesten bzw. Süden grenzt Hödingen an einen, teilweise senkrecht abfallenden, Fels, der aus dem für den Überlinger See typischen Molassesandstein besteht. Das Naturschutzgebiet Katharinenfelsen schließt sich hier an. Dort liegt die sogenannte „Gletschermühle“ mit einem beeindruckenden Durchmesser von 20 Metern, bei der es sich eigentlich um einen Gletschertopf handelt. Sie entstand zur Würmeiszeit, als die durch tiefe Gletscherspalten abstürzenden und strudelnden Schmelzwasser rundliche Kessel formten.

Das Naturschutzgebiet Hödinger Tobel befindet sich rund 300 Meter westlich von Hödingen und umfasst 28 Hektar. Auf einer Länge von etwa zwei Kilometern überwindet der Tobelbach rund 170 Meter Gefälle Richtung Bodensee. Dieser tiefe Einschnitt ist das Werk starker nacheiszeitlicher Wassererosion. Aus Sicherheitsgründen kann nur der obere Teil des Tobels betreten werden.

Vom Aussichtspunkt Behalde bietet sich ein beeindruckender Blick auf den Bodensee und das Schloss Spetzgart, das erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt wurde. Darin befindet sich seit 1929 die Oberstufe der Schule Schloss Salem. Von hier aus führt ein Wanderweg auf schmalem Pfad durch die enge Schlucht des Spetzgarter Tobel nach Überlingen.

Bei den Wiesen rund um Hödingen fällt Euch sicher auf, dass sie besonders vielfältig und bunt sind. Das liegt daran, dass es große Flächen mit Streuobstbäumen gibt zwischen denen Schafe weiden. Dadurch kann sich eine große Artenvielfalt entwickeln. Kennt Ihr den Postillon, den Schwalbenschwanz und Rotklee-Bläuling? Das sind Schmetterlinge, die sich über den vielfältigen Lebensraum hier freuen – vielleicht entdeckt Ihr sie ja, schaut Euch die Wiesen mal genau an, da gibt es Vieles, das krabbelt, summt und fliegt.
Übi - Überlinger Uhu
Schon gewusst?

Bürger aus Hödingen haben den „Verein zur Erhaltung der Kulturlandschaft Hödingen e.V.“ gegründet, der zum Ziel hat, die landschaftsprägende struktur- und artenreiche Obstwiesenlandschaft auf der Gemarkung Hödingen zu erhalten.

Die traditionelle Bewirtschaftung der Obstwiesen ist nicht mehr überall gesichert. Die Pflanzung und nachfolgende, fachgerechte Pflege von über 400 hochstämmigen Obstbäumen ist dem Verein genauso ein Anliegen, wie der damit verbundene fachgerechte Baumschnitt in den alten Obstbaumbeständen zur Sicherung der Vitalität und Stabilität der bis zu zweihundertjährigen Apfel- und Birnbäume. Dieses Engagement wurde 2014 mit dem Landesnaturschutzpreis ausgezeichnet.

Obstbäume sind ein Generationenvertrag

Martin Keßler im Porträt

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gehen die Streuobstbestände in ganz  Europa zurück. Ein wichtiges Signal für deren Erhalt war die Übernahme  des Streuobstanbaus in das immaterielle Kulturerbe im Frühjahr 2021. Der Hödinger Verein zur Erhaltung der Kulturlandschaft e.V. setzt sich  bereits seit zehn Jahren dafür ein, dass unser wunderschönes  Landschaftsbild erhalten bleibt.

Wandern in und um Hödingen

Wandern in der Bodenseeregion ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis! Auch rund um den Überlinger Teilort Hödingen finden Sie ein ausgezeichnetes Wanderwegenetz für einen kurzen Spaziergang, eine gemütliche Wanderung oder eine anspruchsvolle Tour.

Auf dem SeeGang entlang der Steilurferlandschaft zum Haldenhof
heart
pinStart: Ortsmitte Hödigen - Wanderparkplatz 88662 Überlingen-Hödingen
  • checkAussichtsreich
  • checkEinkehrmöglichkeit
  • checkGeologische Highlights
  • checkRundtour
  • backpackWandern
  • chartmittel
  • clock3 h 35 min
  • arrows-horizontal11,77 km
  • arrows-vertical250 m
Hoch hinauf durch Wälder zum Hochbühl
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pinStart: Ortsmitte Hödingen - Wanderparkplatz 88662 Überlingen-Hödingen
  • checkAussichtsreich
  • checkFamilienfreundlich
  • checkGeologische Highlights
  • checkRundtour
  • backpackWandern
  • chartmittel
  • clock3 h
  • arrows-horizontal10,27 km
  • arrows-vertical200 m
Durch die wilde Tobel-Landschaft zum Überlinger See
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pinStart: Ortsmitte Hödingen - Wanderparkplatz 88662 Überlingen-Hödingen
  • checkAussichtsreich
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  • checkKulturell / Historisch
  • checkRundtour
  • backpackWandern
  • chartmittel
  • clock2 h 40 min
  • arrows-horizontal9,23 km
  • arrows-vertical140 m
Weitere Informationen

Hier erfahren Sie mehr über den Teilort Hödingen.