Stadtgraben

Die einstige Stadtbefestigung bildet heute einen grünen Gürtel um die Altstadt und trägt maßgeblich zum besonderen Flair Überlingens bei. Das eindrucksvolle Zeugnis reichsstädtischer Vergangenheit ist zu einem innerstädtischen Grünzug von hoher ökologischer Bedeutung und Naherholungsgebiet mit Erlebniswert geworden.
Entstanden im Verlauf mehrerer Jahrhunderte, geht die erste Phase des Stadtgrabensystems wohl auf das 12. Jahrhundert zurück. Während des Dreißigjährigen Krieges konnte die Wehranlage zweimal erfolgreich dem Ansturm und der Belagerung durch das schwedische Heer standhalten. Heute ist der Stadtgraben, der aus mehreren Abschnitten besteht, ein wahres Kleinod Überlingens und wird gerne von Spaziergängern genutzt. Gerade bei hohen Temperaturen bieten die Stadtgräben ein schattiges Plätzchen.

Eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren ist dort anzutreffen und regelmäßig nistet auch die größte Eulenart Europas, ein Uhu, in einer Felsspalte. Die Felsvorsprünge im Stadtgraben bieten dem Uhu-Paar ideale Lebens- und Nistbedingungen, wenn auch ungewöhnlich nahe bei den Menschen. Im Juni 2010 verließ der erste Überlinger Uhu seinen Horst-Platz im Stadtgraben, seitdem gab es in jedem Jahr Uhu-Nachwuchs in Überlingen.

Im Hinblick auf die Landesgartenschau 2021 werden verschiedene „grüne Orte“ miteinander vernetzt, zu denen auch die Stadtgräben zählen. Sie sind einerseits attraktive Verbindungsstücke, andererseits haben sie auch stadtgeschichtlich einen hohen Wert.
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88662 Überlingen

Fuchsienweg / Gallergraben

Zwischen dem Parkhaus West und dem hoch aufragenden Gallerturm (1502/03) schlängelt sich der Fuchsienweg am Fuß der mächtigen Stadtmauer. Den Weg säumen unterschiedliche Fuchsienarten in Form von Sträuchern und Bäumchen.

Der Gallergraben führt vom Eingang in den Stadtgarten bis zum Aufkircher Tor. Der Bau dieses Teils der Stadtbefestigung begann im frühen 16. Jahrhundert. Wie die meisten Überlinger Stadtgräben ist auch der Gallergraben von Menschenhand geschaffen. Senkrechte, bis zu 20 m hohe Felswände geben dem Gallergraben seine besondere Dramatik. Durch das an verschiedenen Stellen austretende Wasser, das sich in einem Bächlein sammelt, verwandeln sich im Winter die bis zu 20 m hohen senkrechten Felsen in bizarre Eiswände.

Schon gewusst?

Die Felsvorsprünge im Stadtgraben bieten ideale Lebens- und Nistbedingungen für den streng geschützten Uhu, der größten europäischen Eulenart. Im Juni 2010 verließ der erste Überlinger Jungvogel seinen Horstplatz im Gallergraben. Seitdem geht hier fast jedes Jahr ein Uhupaar seiner Brutpflege erfolgreich nach – trotz der Nähe zum Menschen.

Scheerengraben

Beim Aufkircher Tor, dem nördlichen Stadttor, mündet der Galler- in den Scheerengraben. Das mittelalterlich anmutende, malerische Türmchen am Beginn des Grabens wurde 1901 als Entlüftung des Eisenbahntunnels gebaut, der in weitem Bogen die Stadt unterquert. Tor und Graben entstanden im 14. und 15. Jahrhundert, als das von Rebleuten und Bauern bewohnte „Dorf“ in die Stadtbefestigung einbezogen wurde.

Dieser naturnahe Grabenabschnitt besitzt eine waldige Atmosphäre. Unter Bäumen duftet im Frühling der Bärlauch. Am Hang entspringt eine Quelle, deren Wasser durch den Grabengrund rinnt und den Kesselbach speist.
Schon gewusst?

Der Militärhistoriker Wilhelm Telle hat 1924 errechnet, dass das Gesamtvolumen aller Überlinger Stadtgräben etwa 450.000 m³ beträgt.

Wagsautergraben mit Kesselbach

Hoch über dem Knick zwischen Scheeren- und Wagsautergraben erhebt sich an der höchsten Stelle der Überlinger Altstadt der Wagsauterturm. Heute sehen Sie eine um 1960 errichtete Rekonstruktion des spätmittelalterlichen Bauwerks. Dieser äußere Befestigungsring entstand ab dem 15./16. Jahrhundert. Über Jahrhunderte hinweg arbeiteten die Überlinger nachhaltig an der Verbesserung der Wehrhaftigkeit ihrer Festungsanlagen. Notwendig waren auch damals ständige Wartungs- und Reparaturarbeiten. 

Ihren Weg durch den waldigen Wagsautergraben begleitet der Kesselbach, der schließlich in den Nellenbach mündet. Diesem begegnen Sie später, wenn Sie im inneren Graben um den Stadtkern spazieren.

Schon gewusst?

Die Öffnung der Stadtgräben und die Anlage bequemer Spazierwege erfolgten im 19. Jahrhundert für die zahlreicher werdenden Kur- und Badegäste.

Rosenobel / Nellenbachgraben

Beim so genannten Rosenobel, der mächtigen Rundbastion unmittelbar neben dem heutigen „Bahnhof Überlingen“, gehen Sie in den ältesten Grabenzug der Stadtbefestigung hinunter. Nachdem Überlingen um 1180 das Marktrecht erhalten hatte und im frühen 13. Jahrhundert Stadt geworden war, umgab es den Stadtkern mit Mauern, Gräben, Türmen und Toren.

Bereits nach wenigen Metern spüren Sie die charakteristische Ausstrahlung dieses Grabenzugs: Stille, Grün und Frische. Der Weg verläuft parallel zum Nellenbach entlang moosbedeckter Sandsteinmauern und der historischen Stadtmauer. Vor kurzem wurde der Bach renaturiert und der Weg sowie die Zugänge in den Graben neu gestaltet.

Schon gewusst?

Auf dem Olberplatz, an dem Sie den Stadtgraben verlassen, legt der Überlinger Verschönerungsverein jährlich ein buntes Blumenbeet zur Aufwertung des gemütlichen Platzes an. Der aktive Verein möchte damit die Bedeutung von Blumen und Grün für die Lebensqualität in der Stadt sichtbar machen.

Blatterngraben

Von der Uhlandhöhe führt der Weg über einen bis zu zwölf Meter hohen Stahlsteg, der spektakuläre Ausblicke in den Blatterngraben bietet. In diesen steigt man anschließend über einen Treppenweg hinab und wird dabei von den Bäumen der anliegenden Gärten begleitet, die hoch über den Köpfen emporragen.

Der Blatterngraben steht, wie die übrigen Überlinger Grabenanlagen, unter Denkmalschutz. Die Bezeichnung Blatterngraben - Blattern werden auch als Pocken bezeichnet - erhielt der Grabenabschnitt, da er während und nach der Zeit der Schwedenkriege als Freigang für die Kranken aus dem Leprosenhaus genutzt wurde.

Schon gewusst?

Im Sommer 2016 konnten die Überlinger Stadtgräben nach zweieinhalbjähriger Sperrung wieder geöffnet werden. Nach Hangrutschen und Steinschlägen war eine Sperrung für umfangreiche Hangsicherungsmaßnahmen nötig gewesen. Nun können die Gräben, die ein bedeutendes historisches Erbe der Stadt sind, wieder auf Spaziergängen durchquert werden.

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