Friedhof
Der Überlinger Friedhof ist weit mehr als eine Ruhestätte – er ist ein stiller, atmosphärischer Ort, an dem Natur und Geschichte unmittelbar spürbar werden. Nur wenige Schritte vom historischen Stadtkern entfernt eröffnet sich ein grünes Areal, das seit Jahrhunderten Teil der Überlinger Stadtgeschichte ist und Besucherinnen und Besucher mit seiner ruhigen, fast meditativen Stimmung empfängt.
- Barrierefrei
- Teil des Gartenkulturpfads
88662 Überlingen

Was macht den Überlinger Friedhof besonders?
Bereits seit 1530 werden die Menschen in Überlingen nicht mehr rund um das Münster, sondern auf diesem Friedhof außerhalb der alten Stadtmauern bestattet. Damit gehört er zu den ältesten noch genutzten Friedhöfen der Region. Die Stadt erwarb den Grund einst vom „Frauenklösterlein auf der Wiese“ – ein bedeutender Schritt, der die Friedhofsanlage bis heute prägt.


Natur, Formen und Wege
Der Friedhof gliedert sich in einen älteren Teil, der sanft den Hang hinabführt, und einen neueren Bereich. Ein breiter Hauptweg zieht sich als klare Achse durch das Gräberfeld. Alte Eiben, teilweise streng in Form geschnitten, verleihen dem Ort eine beinahe architektonische Struktur, während mächtige Linden, die um 1940 gepflanzt wurden, im Sommer wohltuenden Schatten spenden. Das Zusammenspiel aus ruhiger Natur, altem Baumbestand und historischen Grabstätten schafft eine besondere Atmosphäre, die zum Innehalten einlädt.
Die Gottesackerkapelle – barockes Kleinod
Bevor Besucherinnen und Besucher den Friedhof in Richtung Bahnhof verlassen, führt der Weg an der Gottesackerkapelle vorbei. Sie wurde zwischen 1662 und 1664 unter Johann Heinrich von Pflummern errichtet, nachdem die vorherige Kapelle im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt worden war. Das kleine Barockkirchlein setzt einen eindrucksvollen architektonischen Akzent und gehört zu den stillen Schätzen der Überlinger Sakrallandschaft.
Auch bedeutende Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden – darunter Adolf Seubert. Unter seiner Leitung entstand der Eisenbahntunnel, der heute zwischen der Bodensee-Therme und dem Yachthafen verläuft. Rund 2000 Arbeiter und 100 Ingenieure waren am Jahrhundertprojekt beteiligt, das die Stadt maßgeblich veränderte.
Ein Ort der Ruhe für Spaziergänger und Geschichtsinteressierte
Der Überlinger Friedhof eignet sich ideal für einen kurzen Spaziergang, für ruhige Momente im Schatten der Eiben oder für Gäste, die das kulturelle Erbe der Bodenseestadt entdecken möchten. Die Verbindung aus Natur, Historie und stiller Schönheit macht ihn zu einem besonderen Ort, der oftmals überraschende Geschichten preisgibt.




